Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Biokraftstoffindustrie: Kommissionsvorschlag ist Schlag gegen Energiewende

Berlin,

„Der heute bekanntgewordene Vorschlag der Europäischen Kommission zur Gesetzgebung für Biokraftstoffe wäre ein herber Rückschlag für die deutsche Energiewende im Verkehrsbereich", sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Er forderte die Bundesregierung auf, gegen die von der Kommission vorgesehenen Änderungen aktiv zu werden. Die Vorschläge bedeuten eine Abkehr von der bisherigen deutschen und europäischen Biokraftstoffpolitik, denn in Europa sollen nun deutlich weniger Biodiesel und Bioethanol eingesetzt werden als bisher geplant. „Die Kommission verfolgt eine widersprüchliche und sachlich verfehlte Industriepolitik, denn durch ihre Gesetzgebung würden nun Produktionsanlagen stillgelegt, die nur gebaut wurden, um die Ziele der Europäischen Union für mehr Erneuerbare Energien im Verkehrsbereich zu erreichen", sagte Baumann. Die Kommission hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters einen Vorschlag vorgelegt, wonach die Nutzung von Biokraftstoffen der so genannten ersten Generation bis zum Jahr 2020 auf fünf Prozent der im Verkehrsbereich genutzten Energie beschränkt sein sollte – bisher waren etwa acht Prozent vorgesehen.

Die von der Kommission geplanten Maßnahmen gegen so genannte indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) seien völlig ungeeignet, das Problem der Abholzung von Regenwäldern in den Griff zu bekommen. Denn für Biodiesel und Bioethanol gebe es bereits eine gesetzliche Regelung, wonach Agrarrohstoffe für Biokraftstoff nicht von ehemaligen Regenwaldflächen kommen dürfen. „Der EU-Kommission fehlen Einsicht und Mut, die strengen Nachhaltigkeitskriterien flächendeckend auch für den Nahrungs- und Futtermittelanbau einzuführen. Die willkürliche Kürzung bei Biokraftstoffen rettet keinen einzigen Hektar Regenwald", sagte Baumann. „Auch für die Mineralölindustrie müssen gesetzliche Vorgaben zur Nachhaltigkeit gelten. Wer Ölbohrungen in der Antarktis, der Tiefsee und anderen Schutzgebieten zu Recht ablehnt, muss neben der Effizienz auch nachhaltige Biokraftstoffe fördern", sagte Baumann.

In Deutschland ist die Mineralölindustrie verpflichtet, einen Anteil von 6,25 Prozent des von ihr verkauften Kraftstoffs als Biokraftstoff abzusetzen. In der Praxis ist diese Quote flexibel, denn wenn ein Konzern im Vorjahr mehr Biodiesel oder Ethanol verkaufte, kann er sich diese Menge im Folgejahr anrechnen lassen. Deshalb wurden im Jahr 2011 lediglich 5,7 Prozent Biokraftstoffe abgesetzt, die Quote aber gleichwohl erfüllt. Davon entfielen etwa 1,2 Millionen Tonnen auf Bioethanol und 2,43 Millionen Tonnen auf Biodiesel.

Frank Brühning
Pressesprecher
Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Am Weidendamm 1A
D - 10117 Berlin
Tel. +49(0)30.72 62 59 54
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