Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Zukünftige Brüsseler Biokraftstoffgesetzgebung birgt Gefahr für Landwirtschaft und Industrie in Oberpfalz

Berlin,

Europaabgeordneter Ismail Ertug besucht Ölmühle in Straubing

Die derzeit in Brüssel diskutierte Biokraftstoffgesetzgebung für die Zeit nach dem Jahr 2020 könnte den bayerischen Rapsanbau und die Ölmühle in Straubing gefährden. Denn die Europäische Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, wonach die Förderung von herkömmlichen Biokraftstoffen nach 2020 ausläuft. Mehr als die Hälfte des in der Oberpfalz angebauten Rapses wird in Deutschland zu Biodiesel verarbeitet. Die Ölmühle in Straubing verkauft das von ihr produzierte Pflanzenöl mehrheitlich an Biodieselproduzenten. Nun ist das Europaparlament mit dem Entwurf der Europäischen Kommission befasst. „Der Vorschlag der Kommission berücksichtigt nicht die Bedeutung, die Biokraftstoffe für die Landwirtschaft und lokale Industrie haben. Ich werde mich als Mitglied in den Ausschüssen für Verkehr und Umwelt dafür einsetzen, dass der Kommissionsvorschlag durch das Parlament nachgebessert wird“, sagte der oberpfälzische Europaabgeordnete Ismail Ertug anlässlich einer Werksbesichtigung in der Ölmühle in Straubing. „Die Ölmühle in Straubing ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und ein unverzichtbarer Partner der Landwirte in Bayern. Wenn wir heimische Alternativen zu fossilen Kraftstoffen suchen, dann spielen nachhaltiger Biodiesel und Bioethanol weiterhin eine Rolle.“

Aus dem in der Ölmühle in Straubing verarbeiteten Raps entsteht als Koppelprodukt zu etwa 60 Prozent eiweißreiches Tierfuttermittel, aus den übrigen 40 Prozent Pflanzenöl, aus dem Biodiesel gewonnen werden kann. „Dieses Eiweißfuttermittel aus heimischem Raps ist gentechnikfrei und wichtige Futtermittelkomponente für die Landwirtschaft in Bayern, um die steigende Nachfrage nach Milch und Fleisch „ohne Gentechnik“ zu sichern“, sagte René van der Poel, Geschäftsführer der Ölmühle in Straubing. Die Ölmühle plant weitere Investitionen in die Ölmühle, um Soja aus heimischer Produktion zu verarbeiten und konkurrenzfähig anbieten zu können. „Wir brauchen verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen, um weiter in den Standort investieren zu können. Deshalb sollte das Europaparlament den Vorschlag der Europäischen Kommission so ändern, dass Biodiesel aus heimischem Raps eine wirtschaftliche Perspektive behält“, sagte van der Poel.

Nach ihrem Vorschlag will die Europäische Kommission allerdings neuartige Biokraftstoffe aus Holz, Algen und Stroh massiv fördern, während die bewährten Biokraftstoffe nach 2020 verschwinden sollen.

„Klar ist: Ohne Biodiesel aus Raps sind die Klimaziele der Bundesregierung überhaupt nicht zu erreichen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Biodiesel aus Raps stößt bis zu 65 Prozent weniger Treibhausgasemissionen aus als fossiler Diesel. „Die etablierten Biokraftstoffe aus Raps, Zuckerrüben und Getreide sind der Sockel, auf dem alle anderen erneuerbaren Energien im Straßenverkehr aufbauen. Elektromobilität und neuartige Biokraftstoffe können die herkömmlichen Biokraftstoffe nicht ersetzen, sondern werden sie vielmehr ergänzen.“

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