Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Biokraftstoffverband informiert Europaabgeordneten Groote über Gefahren für den Standort in Leer

Berlin,

Anlässlich eines Werksbesuches bei dem Biodieselproduzenten ADM in Leer informierte der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) den niedersächsischen Europaabgeordneten Matthias Groote über die Gefahren und Herausforderungen der kommenden Jahre für die Biokraftstoffbranche. An vielen der für die Industrie wesentlichen Politikentscheidungen ist das Europäische Parlament beteiligt, deshalb ist die sachgerechte Unterstützung der Branche durch Parlamentarier wie Groote von herausragender Bedeutung. So wird in den kommenden Wochen das Thema der indirekten Landnutzungsänderungen (indirect land use change, iLUC) in Brüssel eine große Rolle spielen. „Der jetzt vorliegende Vorschlag des Europäischen Rates stellt meiner Meinung nach in großen Teilen einen guten Kompromiss im Umgang mit iLUC dar, deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass er – mit kleinen Anpassungen – angenommen wird“, sagte Groote.  Nach dem Kompromissvorschlag des Europäischen Rates soll der Anteil von Biokraftstoffen am europäischen Kraftstoffmarkt auf sieben Prozent gedeckelt werden. Insgesamt sollen Erneuerbare Energien im Jahr 2020 einen Anteil von zehn Prozent der Energie im Verkehrssektor ausmachen.

Nach der iLUC - Theorie soll Biodiesel aus Raps, der in Niedersachsen angebaut wird, einen hohen Treibhausgasausstoß verursachen. Grund hierfür ist ein vermuteter Verdrängungseffekt: Weil in Niedersachsen weniger Nahrungsmittel angebaut werden, müssen diese andernorts produziert werden. Dafür wird nach der iLUC-Theorie Regenwald gerodet. Nach dem Vorschlag des Europäischen Rates sollen die Mitgliedsstaaten über den Treibhausgasausstoß des Kraftstoffsektors einen Bericht vorlegen, in dem die theoretischen Emissionswerte von iLUC ebenfalls genannt werden. „Es ist absurd, dass der niedersächsische Landwirt dafür verantwortlich gemacht werden soll, dass in Indonesien Regenwald abgeholzt wird“, sagte Frank Brühning, Sprecher des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Die in dem Ratsvorschlag ebenfalls vorgesehene 2,5-fache Anrechnung von Strom aus Erneuerbaren Energien, der von der Bahn genutzt wird, kritisierte Brühning scharf. „Eine solche Mehrfachanrechnung ist nur ein Taschenspielertrick, denn sie führt nicht zu mehr Erneuerbarer Energie im Verkehrssektor, sondern verhindert innovative neue Kraftstoffe mit geringen Treibhausgasemissionen.“

Ambitionierte Ziele zur Nutzung von Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor für die Zeit nach dem Jahr 2020 sind für die Biokraftstoffhersteller ebenfalls von entscheidender Bedeutung. „Als Umweltpolitiker aus der Region werde ich mich dafür einsetzen, dass es auch für die Zeit bis 2030 eine wirtschaftliche Perspektive für die Biokraftstoffproduzenten hier in Leer gibt“, sagte Groote. Bisher sollen für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) nur allgemeine Ziele für die Reduktion von Treibhausgasen formuliert werden, ohne konkrete Vorgaben für den Verkehrssektor zu nennen. Dagegen fordern die Biokraftstoffproduzenten, dass der Mineralölindustrie vorgeschrieben wird, wie stark sie die Treibhausgasemissionen ihrer Produkte verringern muss. „Ohne Vorgaben wird die Mineralölindustrie in Deutschland keine Biokraftstoffe einsetzen, sondern mehr Erdöl nutzen, das aus Teersanden in Kanada oder durch Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko gewonnen wurde, was dort zu massiven Umweltschäden führt“, sagte Brühning.

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