Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Biokraftstoffindustrie: Umweltministerin Barbara Hendricks muss sich über Biosprit besser informieren

Berlin,

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zeigt sich unzureichend über den Verkehrsbereich und Biokraftstoffe informiert. Obwohl Biodiesel und Bioethanol derzeit die einzige in größerem Umfang verfügbare Alternative zu fossilen Kraftstoffen im Verkehrssektor sind, will Hendricks deren Einsatz auf fünf Prozent am gesamten Kraftstoffmarkt deckeln. Unter Berücksichtigung des gesamten Herstellungsprozesses werden jedoch durch Biodiesel und Bioethanol rund 50 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als durch fossilen Kraftstoff. „Es ist nicht nachzuvollziehen, weshalb die Bundesumweltministerin verstärkt auf fossilen Kraftstoff setzen, Biokraftstoffe aber deckeln möchte – der Schutz vor den drastisch steigenden Umweltbelastungen der Erdölförderung sollte Anliegen ihres Hauses sein“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Zwar will Hendricks Elektromobilität fördern, ihr Ziel von einer Millionen Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb auf deutschen Straßen bis zum Jahr 2020 sei auch richtig und sinnvoll. Angesichts von 50 Millionen Autos in Deutschland ist dieses Ziel aber viel zu niedrig, um einen spürbaren Einfluss auf die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu haben. „Wir fordern die Bundesumweltministerin auf, sich mit den Tatsachen auseinanderzusetzen und auch die fachlichen Argumente der Wirtschaftsbeteiligten zu hören, bevor sie einer Abkehr von bestehenden gesetzlichen Verpflichtungen das Wort redet“, sagte Baumann. Hendricks hatte sich in einem Interview mit der Tageszeitung zu europäischen Biokraftstoffzielen geäußert.

„Weltweit stehen ausreichend Flächen zur Verfügung, um Rohstoffe für Biodiesel und Bioethanol zu produzieren“, sagte Baumann. Es gebe noch große Agrarflächen zum Beispiel in Osteuropa, die derzeit brach lägen. Baumann verwies darauf, dass gleichzeitig auf derselben Fläche Nahrungsmittel und Biokraftstoffe hergestellt werden. So fallen bei der Verarbeitung von Raps zu 60 Prozent Tierfutter und zu 40 Prozent Pflanzenöl an, aus dem Biodiesel gewonnen wird. „Wegen der Biokraftstoffproduktion in Deutschland und Europa muss weniger Sojatierfutter aus Südamerika importiert werden. Wir reduzieren also den Flächendruck in Südamerika und produzieren nachhaltige Biokraftstoffe“, sagte Baumann.

Auch mittel- und langfristig führe insbesondere im Transportbereich kein Weg an Verbrennungsmotoren vorbei. „Straßengüterverkehr und große Reichweiten bei Pkw erfordern den Einsatz flüssiger Kraftstoffe, beispielsweise auch in so genannten Range Extendern für Hybridfahrzeuge. Wir sind also auf flüssige Kraftstoffe angewiesen, und hier haben Biodiesel und Bioethanol auch in Zukunft ihre Einsatzberechtigung“, sagte Baumann.

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