Biokraftstoff - Nachhaltigkeit garantiert.


Biokraftstoffe verringern russische Erdölimporte und Treibhausgasemissionen

Berlin,

Nachhaltig produzierter Biodiesel und Bioethanol ersetzen heute bereits über drei Millionen Tonnen fossile Kraftstoffe in Deutschland und mindern damit die Abhängigkeit von Erdölimporten. Etwa ein Drittel des Erdöls in Deutschland und der Europäischen Union stammt aus Russland. „Um die Energieabhängigkeit von Putins Russland zu reduzieren, muss die bisherige Biokraftstoffpolitik zwingend beibehalten werden“, sagte Elmar Baumann Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Der VDB warnt gleichzeitig davor, Importe aus Russland durch steigende Einfuhren aus Kanada zu ersetzen. „Es verbietet sich von selbst, fossile Kraftstoffe aus Ölsand zu importieren, für die großflächig Wälder gerodet, Boden und Wasser verseucht und Menschen vertrieben werden“, sagte Baumann. Im vergangenen Jahr haben Biokraftstoffe nach Angaben der vom Bundesumwelt- und Wirtschaftsministerium eingesetzten Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) fünf Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart. Für Biodiesel und Bioethanol gelten im gesamten Herstellungsprozess strenge gesetzliche Nachhaltigkeitsanforderungen. „Die Mineralölindustrie müsste die Produktion einstellen, wenn für fossile Kraftstoffe aus Ölsand und Fracking die gleichen Nachhaltigkeitskriterien gälten wie für Biodiesel und Bioethanol“, sagte Baumann.

Um Rohstoffe für Biokraftstoffe zu gewinnen, dürfen keine Regenwälder oder sonstige besonders schützenswerte Ökosysteme genutzt werden. Zudem muss sichergestellt werden, dass bei der Herstellung von Biodiesel und Bioethanol mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als bei fossilen Kraftstoffen. „Biodiesel aus Pflanzen schafft bereits eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes von über 50 Prozent, im Vergleich zu Erdöl aus Ölsand und Fracking von über 60%“, sagte Baumann. Zwar wird Biokraftstoffen vorgeworfen, dass ihre Herstellung negative, indirekte Effekte haben könne, indem zum Beispiel die Nahrungsmittelproduktion auf bisher ungenutzte Flächen ausweicht, um der Biokraftstoffproduktion Platz zu machen. „Indirekte Effekte können nur auftreten, weil nicht für alle Nutzungen von Agrarflächen die gleichen Regeln gelten. Deshalb fordern wir, dass auch für die Nahrungsmittel- und die chemische Industrie verbindliche Nachhaltigkeitskriterien eingeführt werden, die verhindern, dass Regenwald gerodet wird“, sagte Baumann.

Biokraftstoffe sind neben Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung das Mittel der Wahl, um die eklatante Importabhängigkeit Deutschlands bei Erdöl wirksam zu verringern.

 

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