Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Diskussion

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Gemeinsam für mehr Erneuerbare Energien:

Agentur für Erneuerbare Energien
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AGQM
Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V.
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BBE
Bundesverband BioEnergie e.V.
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BEE
Bundesverband Erneuerbare
Energie e.V.
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EBB
European Biodiesel Board
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EUROSOLAR
Europäische Vereinigung für Erneuerbare
Energien e.V.
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FNR
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
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Ovid
Verband der ölsaaten- verarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.
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UFOP
Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.
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Die Biokraftstoffindustrie bezieht Position

Allzu oft überlagern Horrorbilder eine ausgewogene Berichterstattung über Biokraftstoffe. Es scheint en vogue, den Klimanutzen von Biodiesel und Bioethanol gering zu schätzen und sie verantwortlich zu machen für Hungersnöte und Regenwaldrodungen. Es ist an der Zeit, die Diskussion zu versachlichen:

Biokraftstoffe sind nicht verantwortlich für den weltweiten Hunger


Hunger ist eine Folge von Armut, mangelnder Bildung, Krieg und fehlenden staatlichen Strukturen, nicht etwa von zu geringer globaler Nahrungsmittelproduktion. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO wird nur auf etwa zwei Prozent der weltweiten Agrarflächen Biomasse für Biokraftstoffe hergestellt, das heißt auf rund 30 Mio. Hektar. In Deutschland sind es etwa 1,5 Mio. Hektar, die im Jahr 2008 für die Produktion von Raps verwendet wurden. Entsprechend klein ist die Steigerung der Rohstoffnachfrage durch Biodiesel- und Bioethanolproduzenten, so dass davon auszugehen ist, dass Biokraftstoffe keinen großen Effekt auf die Lebensmittelpreise haben.

Reserveflächen nutzen
Selbstverständlich ist bei einem Engpass zuerst die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen, bevor der Tank bedient wird. Es können jedoch ausreichend Rohstoffe produziert werden, um sowohl den Teller als auch den Tank zu versorgen. Es stehen weltweit mehrere Hundert Mio. Hektar Reserveflächen für den Anbau zur Verfügung, ohne dass dadurch wertvolle Ökosysteme zerstört werden müssten. Dieses tatsächlich vorhandene Potential wird in den vielen Studien nicht berücksichtigt, die sich in den vergangenen Monaten negativ zu Biokraftstoffen äußerten und lediglich einen Ist-Zustand analysieren. Die potentiellen Flächen müssten zum Teil noch für die Landwirtschaft erschlossen werden. In diesem Bereich kann die Entwicklungshilfe eine bedeutende Rolle spielen und durch ihr Engagement sicherstellen, dass durch vernünftige Strukturen eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln und Biomasse gewährleistet ist.

Produktivität steigern
Zusätzlich kann in vielen Ländern die Produktivität gesteigert werden. Ein Beispiel hierfür ist Indien: Mit drei Prozent der Weltagrarfläche werden dort 17 Prozent der Menschheit ernährt, dabei wird noch Biomasse für Biokraftstoffe angebaut. Darüber hinaus ist Indien nach Angaben von „save our seeds“ – einer Initiative, der auch das evangelische Bauernwerk e.V. angehört – Nettoexporteur von Agrarrohstoffen. In den Ländern Afrikas, die Nettoimporteure von Agrarrohstoffen sind, obwohl sehr viel größere Agrarflächen deutlich weniger Menschen ernähren müssen, ist eine ähnliche Entwicklung möglich. Auch hier kann vernünftige Entwicklungshilfe ansetzen.

Weizenpreise fallen
Obwohl die Nachfrage durch Biokraftstoffhersteller unverändert geblieben ist, sind die Weizenpreise Ende 2008 massiv gefallen. Ein Scheffel Weizen kostete rund 60 Prozent weniger als noch im Februar, als ein neuer Rekordpreis an der Chicagoer Warenterminbörse CBOT erreicht wurde. Die Preisentwicklung bei anderen Agrarrohstoffen ist ähnlich verlaufen und selbst auf seinem Höhepunkt bewegte sich der Preis inflationsbereinigt auf dem Niveau der 60er Jahre. Ein Zusammenhang zu Biodiesel und Bioethanol besteht folglich nicht.

Hohe Energiepreise, eine verstärkte Nachfrage aus den aufstrebenden Volkswirtschaften Indien und China, Missernten, veränderte Ernährungsgewohnheiten und Spekulationen hatten Anfang 2008 für steigende Lebensmittelpreise gesorgt. Biokraftstoffe haben hieran nur einen geringen Anteil.

Biokraftstoffe müssen nachhaltig produziert werden


Biokraftstoffe werden in Deutschland nachhaltig produziert, da sich die Landwirte hierzulande an den Regeln der so genannten „guten fachlichen Praxis“ orientieren. Biodiesel und Bioethanol, die in Deutschland aus heimisch produzierten Rohstoffen hergestellt werden, emittieren 30 bis 80 Prozent weniger CO2 als fossile Kraftstoffe.

Nachhaltige Produktion garantieren
Auch importierte Rohstoffe zur Kraftstoffproduktion wie Palm- und Sojaöl können nachhaltig hergestellt werden. Die gegenwärtige Zerstörung von Regenwald basiert auf fehlenden gesetzlichen Leitplanken, ist aber keineswegs notwendige Folge der Gewinnung von Bioenergierohstoffen. Deshalb fordert die Branche der erneuerbaren Energie seit Jahren Regelungen zur Nachhaltigkeit, die nun von der Bundesregierung und der EU entwickelt werden.

Zertifizierung einführen
Ziel des Gesetzgebungsverfahrens ist es, ein Zertifikat zu erstellen, mit dem nachgewiesen wird, dass die Produktion nachhaltig erfolgt. Ein solches Zertifikat ist aber nur dann sinnvoll, wenn sichergestellt ist, dass durch die Biomasseproduktion keine Verdrängung erfolgt. Eine solche Verdrängung findet statt, wenn nachhaltige Biomasseproduktion auf Flächen geschieht, die vorher zum Beispiel für die Rinderzucht genutzt wurden. Wenn die Rinderzüchter ihrerseits nun den Regenwald roden und auf die dadurch frei werdenden Flächen ausweichen, ist für die Nachhaltigkeit nichts gewonnen. Deshalb hält der VDB eine Regelung zur Nachhaltigkeit dann für sinnvoll, wenn sie den gesamten Agrarsektor umfasst und sich nicht nur auf den Biokraftstoffbereich beschränkt.

Biokraftstoffe sind bedeutsamer Faktor für die Klimaschutzstrategie der Bundesregierung


Nachhaltig hergestellter Biodiesel aus Deutschland ist ein wichtiger Klimaschützer im Straßenverkehr: Bei der Verbrennung wir nur so viel CO2 ausgestoßen, wie zuvor beim Pflanzenwachstum gebunden wurde. So können mit den bestehenden deutschen Biodieselkapazitäten rund zwölf Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Grenzen der Ölförderung erkennen
Die Folge von weniger Biokraftstoffen im Markt ist ein höherer Bedarf und Verbrauch fossiler Kraftstoffe und damit steigende CO2-Emissionen. Die Kapazitäten traditioneller Fördergebiete wie die der Nordsee sind allerdings erschöpft. Es ist deshalb zu befürchten, dass die Erdölförderung zunehmend auf sensible Ökosysteme ausgedehnt wird. Erdölbohrungen in arktischen Gebieten und dem Wattenmeer sowie die Abholzung der kanadischen Urwälder für die Ölsandschürfung sind die Folgen. Umweltverbände schätzen die CO2-Emissionen durch die Förderung in diesen Gebieten drei bis sechs Mal so hoch ein wie bei der bisherigen Erdölgewinnung.

Die Biokraftstoffproduzenten hierzulande haben hohe Summen besonders in den neuen Bundesländern investiert und viele Arbeitsplätze geschaffen. Diese stehen nun aufgrund eines öffentlich erzeugten Zerrbildes und der dadurch beeinflussten Politik auf dem Spiel. Der VDB ist sich darüber im Klaren, dass der Ausbau der Biokraftstoffnutzung behutsam erfolgen muss und ein großes Augenmerk auf die sozialen und ökologischen Implikationen zu legen ist.

Weitere Informationen und Downloads stehen Ihnen insbesondere unter Politik zur Verfügung.


Ihre Ansprechpartner:
Frank Brühning
Pressesprecher
Tel. +49 (0) 30 / 72 62 59 - 54
bruehning@biokraftstoffverband.de

Johannes Daum
Referent Politik
Tel. +49 (0) 30 / 72 62 59 - 10
daum@biokraftstoffverband.de


letzte Änderungen: 1.3.2010 15:32