Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Politik / Deutschland

Partner


Gemeinsam für mehr Erneuerbare Energien:

Agentur für Erneuerbare Energien
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AGQM
Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V.
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BBE
Bundesverband BioEnergie e.V.
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BEE
Bundesverband Erneuerbare
Energie e.V.
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EBB
European Biodiesel Board
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EUROSOLAR
Europäische Vereinigung für Erneuerbare
Energien e.V.
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FNR
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
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Ovid
Verband der ölsaaten- verarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.
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UFOP
Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.
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Rahmenbedingungen Deutschland


Deutschland hat sich im Rahmen des Kyoto-Abkommens dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2012 gegenüber dem Basisjahr 1990 um 21 Prozent zu reduzieren. Ein wichtiges Instrument hierfür ist die Förderung Erneuerbarer Energien, zu denen auch Biodiesel und Bioethanol gehören. Gegenüber der Nutzung von fossilen Kraftstoffen können Biokraftstoffe eine 35- bis 80-prozentige Senkung von Treibhausgasemissionen leisten und werden durch staatliche Beimischungsquoten und steuerliche Vorteile unterstützt.

Politik setzt erneut Zeichen gegen nachhaltige Biokraftstoffe


Das im Juni 2009 erlassene Gesetz zur Änderung der Förderung von Biokraftstoffen steht jedoch im eklatanten Widerspruch zu den angeführten Klimaschutzzielen. Dem Beschluss folgend sinkt der Anteil von Biokraftstoffen am gesamten Kraftstoffmarkt rückwirkend zum 1. Januar 2009 von 6,25 Prozent auf 5,25 Prozent und wird von 2010 bis 2014 auf 6,25 Prozent eingefroren. Das ursprüngliche Gesetz hatte vorgesehen, die einzuhaltende Beimischungsquote jährlich zu steigern und 2015 einen Wert von 8 Prozent zu erreichen. Mit der Änderung überstimmte der Bundestag ein Votum des Bundesrates, der vor den negativen Folgen für die mittelständischen Biokraftstoffhersteller gewarnt hatte.

Biokraftstoffquoten

Die rückwirkende Veränderung von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellt einen eklatanten Vertrauensbruch dar. Die bisherigen Planungen der Biokraftstoffindustrie wurden damit umgestoßen, ihre Existenz ist bedroht.

Gefährlicher Paradigmenwechsel
Diese Quotensenkung ist der Abschluss einer bedenklichen Biokraftstoffpolitik während der 16. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages. Mit der im Jahr 2006 verabschiedeten Biokraftstoffgesetzgebung hatte die Bundesregierung die Förderung der Biokraftstoffe grundlegend umgestellt. An Stelle der bis zum Jahr 2009 vorgesehenen Nullbesteuerung von reinem Biodiesel (B100) steht eine in jährlichen Schritten steigende Steuerbelastung. Um den daraus resultierenden finanziellen Nachteil für die Biokraftstoffhersteller auszugleichen, hatte der Gesetzgeber die Quotenregelung eingeführt. Inverkehrbringer von Kraftstoffen – wie zum Beispiel Mineralölkonzerne – sind demnach verpflichtet, einen bestimmten Anteil an Biodiesel und Bioethanol auf den Markt zu bringen. Bemessungsgrundlage ist der jährliche Kraftstoffabsatz der jeweiligen Unternehmen, das dabei wählen kann: entweder es mischt Biokraftstoff dem mineralischen Kraftstoff bei oder es verkauft B100 bzw. E85. Auf den beigemischten Biokraftstoff wird der volle Mineralölsteuersatz erhoben.

Vertriebsschiene für reinen Biodiesel überlebenswichtig
Seit dem 30. Januar 2009 kann herkömmlichem Diesel sieben Prozent Biodiesel beigemischt werden. Das entspricht einem Absatzmarkt von etwa 2,28 Millionen Tonnen. Angesichts bestehender Produktionskapazitäten von rund 4,5 Millionen Tonnen ist der Absatz von reinem Biodiesel (B100) – auf den im Jahr 2007 noch etwa 60 Prozent des Gesamtabsatzes entfielen – unverzichtbar. Doch dieses Segment steht vor dem Aus: Die jährliche Erhöhung der Steuerbelastung für B100 untergräbt die Wirtschaftlichkeit des alternativen Kraftstoffes. Spediteure und Fuhrparkbetreiber sind gezwungen, ihre Flotten wieder auf fossilen Diesel umzustellen. Weitere Informationen unter den Marktdaten für Biodiesel.

Steuerbefreiung für E85
Anders stellt sich die Situation bei reinem Bioethanol (E85) dar. Dieser Kraftstoff bleibt bis 2015 von der Besteuerung befreit.

Weiterführende Downloads zu VDB-Stellungnahmen und Gesetzestexten finden Sie unter Positionen und Gesetzgebung.


letzte Änderungen: 29.7.2009 12:53